Hochzeitsamateur.

Fast vergessen. Ich hatte ja einen Blog. In den ich mal wieder Dinge einstellen sollte, zum Beispiel Hochzeitsfotografie. Amateurmäßige Hochzeitsfotografie.

 

Ich fotografierte eine Hochzeit für Freunde. Wie anstrengend das ist, merkt man mit Sicherheit schon nachmittags, aber ganz sicher 3 Uhr nachts, wenn man seit 17 Stunden auf den Beinen war. Und wie schwer das Ganze ist, merkt man am nächsten Tag, wenn man sich die 2.000 Bilder auf einem großen Display ansieht.

 

„Wie schön das Wetter doch ist. Das werden sonnige Bilder“, denkt man sich. Der Lohn sind dann fratzenhafte Visagen, dicke Schatten im Gesicht und jede Mange überbelichtete Stellen. Die meisten Mülltonnenbilder hätte man sich sparen können, wenn man schattige Orte mit softem Licht gewählt hätte. Sonne lässt sich ja auch noch mit Photoshop einfügen.

 

Ein großer Spaß: Hochzeitsgäste belästigen, damit auch jeder auf mindestens einem Bild zu sehen ist. Die nötige Penetranz muss man tatsächlich erst erlernen. Auch die spontanen Ideen, Animation der Fotografierten, Motivanweisungen, gleichzeitig die Kamera einstellen, perfekt fokussieren – Fotografen müssen Multitasking-Monster sein. Im Anschluss arbeitet man sich durch die gesammelten Werke, bearbeitet vielleicht die 100 schönsten Bilder, was jeweils 5 bis 30 Minuten dauern kann. Man erstellt ein Fotobuch, das später gedruckt wird. Im Anschluss kommt dann die Braut und mag noch dieses eine hässliche, verwackelte, unscharfe Bild, weil dort der eine Typ zu sehen war, der sonst nirgends abgelichtet wurde.

 

Klingt doch alles traumhaft, nicht? Hochzeitsfotografie macht Spaß, vor allem wenn man sich bei Freunden erproben darf. Dann ist der Druck zwar nicht sonderlich verringert, aber man agiert wesentlich lockerer. Erkennt man im Nachhinein all die Fehler, möchte man am liebsten noch einmal von vorn beginnen. Geht leider nicht.

                 

Es sind einige Bilder dabei, die mir gut gefallen. Einige davon sieht man hier. Die Hochzeit war übrigens ziemlich perfekt. Alle waren grün-weiß gekleidet, mottobedingt. Es gab ein einfallsreiches Programm und noch besseres Essen.

More caffeine.

I don’t always drink coffee, but when i do, i prefer the old technique. Ein altes, sagenumwobenes Kaffeezaubergerät aus DDR-Beständen für die Herdplatte.

   

Was von der Speicherkarte übrig blieb.

Restefressen in s/w.

     

f1.2

Hier herrschte Nachrichtensperre. Verlasse doch nicht bei Minus 20 Grad das Haus und schlendere umher. Das können die Eskimos machen. Die Welt ist manchmal ungerecht. Es gibt Leute, die nicht wirklich viel und mit Enthusiasmus fotografieren, dann aber echte Kanonen auf ihre Kamera schrauben. Durfte ein bisschen mit einem kleinen dicken Ding herumprobieren, ein Canon 50mm f1.2. Niemand mag kleine dicke Dinger, das hier ist die Ausnahme. Bei Nikon sucht man solche Blendengrößen vergeblich. Allerdings ist f1.2 ziemlich Hölle, wenn man die Blende voll aufreissen möchte. Und wer möchte das nicht? Man hat einen Schärfebereich von gefühlten zwei einem Zentimeter, braucht also beim Fokussieren Zeit, ein ruhiges Händchen und ein gutes Display. Dafür gibt’s schöne Bokehs. Preis-Leistungs-Verhältnis: fuck you.

     

Blog ist jetzt breiter, die meisten alten Beiträge sehen nun scheisse aus.

frostig.

Hochgradig im Minusbereich befindliche Bilder, um den hässlichen Broccoli nach unten zu schieben.

     

Gott stehe mir bei, ich soll eine Hochzeit fotografieren. Von Freunden. Als Noob mit mäßigem Equip. Hörte, dass Hochzeiten recht wichtige Momente im Leben seien und dass alles perfekt werden müsse. Die zu Verbräutende sieht das alles recht pragmatisch würde sich auch ohne expensives Fotostudio gut betreut fühlen. Wäre eine schöne Herausforderung. Freunde raten mir ab, weil es viel Arbeit sei und man mich wohl nackt durch die Stadt jagte, wenn etwas schief ginge. “Könntet ihr das mit den Ringen und dem Kuss nochmal machen? Hatte die falsche Belichtungszeit.” Werde mir neues Equip kaufen müssen.

von broccolibäumen.

 

…later that day:

     

Fazit: das Heranzüchten mindestens mannshoher Broccolibäume ist ein leichtes Unterfangen nicht. Man könnte Wachstumshormone nutzen. Sich den Broccoli mit ein Mammutbaum paaren lassen. Oder den Broccoli neben einen Mammutbaum pflanzen, damit er vor Neid in die Höhe sprießt. Alternativ könnte man die Menschen schrumpfen, wir hätten sogar viel mehr Platz auf der Erde. Wäre aber suboptimal, weil niemand kubikmetergroße Regentropfen kennenlernen möchte. Und weil wir aufgrund des deutlich verringerten Zellvolumens noch dümmer wären als wir es ohnehin schon sind. Schade.